Ich werde immer wieder gefragt, warum es gewaltfreie Kommunikation heißt. Manche stört es, dass das Wort Gewalt darin vorkommt, weil es Assoziationen hervorruft, die unangenehm sind. Andere, weil es schwer vorstellbar ist, dass die Sprache, die wir gelernt haben “gewaltvoll” sei.
Neulich habe ich in dem blog von Miki Kashtan (mehr zu ihr und ihrer Arbeit unter bay nvc) eine Erklärung gefunden, die ich hier gerne in meinen Worten wiedergeben möchte, weil sie im Kern das trifft, was es für mich bedeutet.
Nonviolence/Gewalfreiheit ist die literarisch engste Übersetzung des Sanskrit Wortes “ahimsa” das Ghandi gefunden hat. (lt. wikipedia heißt ahimsa Nicht-Verletzen) Marshall Rosenberg beruft sich in seiner Definition von Gewaltfreiheit auf Gandhi. Es gibt Religionen, wie das Judentum, in dem der Name Gottes unausprechlich ist. Es gibt zwar ein Schriftzeichen für Gott im Hebräischen, aber keine dazugehörigen Laute. Es ist damit das quasi Unaussprechliche gemeint.
So ist auch Gewaltfreiheit für mich kein Zustand, sondern vielmehr eine Absicht. Wenn ich versuche gewaltfrei zu kommunizieren, dann meine ich damit meine Absicht, möglichst einen sprachlichen Ausdruck zu finden, der die für mich im Moment größte Wahrscheinlichkeit bietet zum Frieden beizutragen. In anderen Worten: ich bin nicht gewaltfrei; ich versuche mein Leben so gut es mir eben jeden Moment gelingt in dieser Absicht zu leben.
Wer den Artikel von Miki Kashtan, die für mich eine Quelle der Inspiration ist, gerne lesen möchte: hier der link dazu.

April 16th, 2010 at 14:03
Hallo Katharina, danke für den Tipp und Link zum Artikel von Miki Kashtan. Das “Bild” von Gewaltfreiheit als Absicht und nicht als Zustand gefällt mir gut – und ist für mich sehr stimmig. LG – Paula