Mit einer gewissen Unruhe und fast innerem Drang, der sich bisher eher als “Grant” geäußert hat sitze ich hier an diesem herbstlichen Wochenende, ohne bisher recht zu wissen was ich mit mir und dem “Allen” anfangen mag.
Jetzt gehe ich dem Grant und der Unruhe auf den Grund: ich habe in der Früh den Blog von Miki Kasthan, einer GFK Trainerin in San Francisco die letzten Tage verfolgt, in dem sie über die Bewegung in Oakland und ihren Erlebnisse dabei berichtet. Mich beschäftigt diese sogenannte “Eurokrise”, die Situation in Griechenland und im nördlichen Afrika, ausgehend von dem was in Ägypten passiert ist. Es fällt mir so schwer mir einen Reim auf das alles zu machen. Irgendwie ist mir klar, dass sich die Welt verändert, es kracht, ächzt und stöhnt die Erde, die Menschen reagieren auf unterschiedlichste Weisen. Und auf einmal wird mir klar was mich so unruhig werde läßt: ich möchte etwas tun, aktiv dazu beitragen, dass sich unsere Welt zu einem Ort verändert, auf dem es für ALLE lebenswert ist, Menschen und alle Wesen, unsere gemeinsame Natur, die Erde in ihrer atemberaubenden Schönheit erhalten bleibt.
Oft frage ich mich in meiner Arbeit mit Menschen, egal ob in Workshops oder sonstwo, warum wir so lange warten, bis wir bereit sind etwas zu verändern. Bis der Schmerz so groß ist, das Leid fast unerträglich – halten wir aus, am Alten fest. Es gibt uns Sicherheit – vermeintlich. Denn damit kennen wir uns aus, wissen wie es funktioniert. Selbst wenn es weh tut.
Bewegungen wie die in Oakland zeigen, dass es Menschen gibt, die sich ihre “neue Welt” schaffen. einfach mitten im Geschehen einen Raum gemeinsam gestalten, in dem gelebt wird, was ihnen wichtig ist. Das erinnert mich daran, dass es das AUCH gibt, nicht nur dort. Bisher waren oder sind das manchmal Orte, die von anderen belächelt, oder skeptisch betrachtet werden. Gemeinschaften zum Beispiel, spirituelle wie Auroville in Indien, Findhorn in Schottland; oder ökologisch ausgerichtete wie die Kommune Niederkaufungen in Deutschland.
Doch was bewirken alle diese Bewegungen im “großen Ganzen”, was ist der Beitrag für die jeweilige Gesellschaft? Gibt es darauf Antworten? Ich kenne sie nicht, und es geht mir darum: was kann ICH tun, um mitzuwirken. Ist es schon das was ich tue? Mir scheint es oft so wenig im Angesicht der Welt.
Ich wünsche mir so sehr, dass wir Menschen bereit sind neue Wege auszuprobieren, BEVOR Leid und Gewalt entstehen. Mir geht es nicht darum Konflikte zu verhindern. Die gibt es einfach. Genauso wie es Schmerz gibt. Beide gehören zum Mensch sein dazu. Ich wünsche mir “Abteilungen für Konflikte” in Organisationen. Mediation in Schulen genauso selbstverständlich wie Mathematik und Englisch. Streitschlichter in Gemeindebauten. Polizisten, die Friedensarbeit machen. Öffentliche Stellen, die Empathie anbieten.
Und ich wünsche mir, das alle Menschen ein Dach über dem Kopf , und genug zu essen haben, selbst über sich und ihr Leben bestimmen können. Und ich wünsche mir, dass die Liebe in uns Menschen die Kraft ist, aus und mit der wir lebendig sind.
Mein Grant ist weg. Ich bin verbunden mit meiner Lebensenergie.
